Klimaresilientes Wassermanagement im ländlichen Bhutan

Mit einer Förderung durch die Stadt Wien unterstützte unser Verein ein Projekt der bhutanischen Organisation Tarayana Foundation für ein integriertes, klimaresilientes Wassermanagement in Goshing, im Distrikt Zhemgang. Das Projekt zielte darauf ab, die Austrocknung von Wasserquellen in ländlichen
Gebieten zu bekämpfen, um den Lebensunterhalt und die Ernährungssicherheit der Bevölkerung zu verbessern und bessere sanitäre und hygienische Praktiken sicherzustellen. Das Projekt wurde im März 2025 erfolgreich abgeschlossen.

Wasserversorgung sicherstellen

Dazu wurde im entlegenen Dorf in Lichibe im Distrikt Zhemgang eine umfangreiche Datenerhebung und eine hydrologische Kartierung des Quellanreicherungsgebiets vorgenommen. 

Gezielte Maßnahmen im Zielgebiet, wie das Graben von Rinnen und Errichten von Wällen werden in Zukunft den Abfluss des Regenwassers verlangsamen und die Wiederauffüllung des Grundwassers fördern. Fünf durch Rohrleitungen miteinander verbundene Wassertanks werden die kontinuierliche Wasserversorgung von Lichibe in Zukunft sicherstellen . 

 

Hygiene verbessern

Um die hygienische und sanitäre Situation zu verbessern, wurden in der Internatsschule in Limpong, sechs Kilometer von Lichibe entfernt, Mädchenwaschräume und Toiletten errichtet.

Wasserquellen versiegen

Wasser ist grundsätzlich eine der reichlichst verfügbaren Ressourcen in Bhutan. Doch während die meisten Flüsse in den tief eingeschnittenen Tälern verlaufen, sind die Siedlungen auf den Berghängen von kleineren Wasserquellen, Teichen und Sümpfen abhängig. Diese trocknen zunehmend aus und es ist schwierig ganzjährige Wasserquellen anzuzapfen. Eine Studie des bhutanischen Landwirtschaftsministeriums aus dem Jahr 2021 zeigt, dass viele der landesweit vorhandenen rund 5.000 Quellen versiegen. Bei der hydrologischen Kartierung der gesamten Quellanreicherungsgebiete wurde festgestellt, dass bereits 149 von 527 Wassereinzugsgebieten in Bhutan degradiert sind. Nur 93 wurden als unberührt eingestuft. Für Zhemgang wurde festgestellt, dass sechs der 24 Wassereinzugsgebiete degradiert sind und von 296 Wasserquellen 70 bereits versiegen.

Climate change threatens Bhutan’s spring flows (Kuensel, 20.9.2023)

Zielgruppe

Laut der letzten Erhebung zum Lebensstandard in Bhutan weist der Distrikt Zhemgang mit 41 Prozent eine der höchsten Armutsraten auf.

Goshing gehört zu den am weitersten entfernten und am wenigsten entwickelten Gewogs (Blocks) im Panbang Dungkhag (Bezirk). Der Gewog besteht aus 5 Clusterdörfern (Chiwogs). Die Gesamtbevölkerung beträgt etwa 3.090 Menschen mit 230 Haushalten. Wirtschaftlich gesehen, hängen die Menschen in Goshing von der Landwirtschaft und von der Viehzucht ab. Sie bauen Orangen, Kardamom, Ingwer und verschiedene Früchte an, mit denen sie ihr Haushaltseinkommen erwirtschaften.

Lichibe ist eines der abgelegensten Dörfer in Goshing. Das Dorf wird von 54 Haushalten (200 Personen, 98 Männer und 102 Frauen) bewohnt. Es liegt auf einer Höhe von 1.950m.

75 Prozent der Haushalte hatten keinen angemessenen Zugang zu Wasserressourcen, sodass die Ernährungssicherheit in Lichibe nicht gegeben war. Es mangelte auch and Hygiene und sanitären Einrichtungen, was Gesundheits- und Ernährungsprobleme nach sich zieht.

Projektdaten

Name des Projekts: Klimaresilientes Wassermanagement im ländlichen Bhutan
Finanzierung: Stadt Wien 30.000 Euro; Tarayana 8.196 Euro; Bewohner*innen von Lichibe durch Eigenleistung 8.400 Euro
Projektpartner: Tarayana Foundation
Projektdauer: 1. November 2023 – 31. März 2025
Thematischer Schwerpunkt: Klimaresilientes Wassermanagement
SDG Tracker: SDG 6: Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen; SDG 2: Kein Hunger